Archive for the ‘Aktuelles vom Rio Negro’ Category

Wariró – Wir brauchen eure Hilfe!

22/10/2014

Brandstifter zerstörte indigenes Kulturzentrum unser Partnerorganisation FOIRN. Klimabündnis startet Spendenaktion.

(c) FOIRN

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Am 9. Juni 2014 brannte das „Haus der Indigenen Kultur“ in São Gabriel da Cachoeira, am Oberen Rio Negro, fast vollständig nieder. Neben dem Verkauf des Kunsthandwerks fanden im Haus auch Schulungskurse und Treffen statt. Weiters diente es als Stützpunkt für die indigenen Organisationen aus dem Landesinneren und als Unterkunft bei Veranstaltungen.

Für die indigene Bewegung bedeutet dieses Ereignis viel mehr als den Verlust eines Hauses. Die Errichtung 2006 war ein Meilenstein im Kampf um die Anerkennung der indigenen Kultur, die mit Jahrtausende altem Wissen und Traditionen bis heute Widerstand leistet.
Die FOIRN will das Kulturzentrum wieder errichten und hat die Klimabündnis-Mitglieder in Österreich um Hilfe gebeten.

Lesen Sie mehr im Folder.

(c) FOIRN

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Wie können Sie helfen?

  •   Informieren Sie Ihre BürgerInnen, MitarbeiterInnen, KundInnen, KollegInnen und SchülerInnen über die Spendenaktion
  • Starten Sie eine Wariró-Spendensammlung – z.B. als alternative Geschenke zu Weihnachten, Geburtstag oder Jubiläum
  •   Nutzen Sie unser Vortragsangebot – unser Amazonasexperte Johann Kandler erzählt bei Ihnen die Geschichte vom Rio Negro und von Wariró

Unterstützen Sie die Klimabündnis-Partnerorganisation FOIRN mit Ihrer Spende!

Die Beiträge sind steuerlich absetzbar.

Empfänger:                  HORIZONT3000/Klimabündnis Österreich
IBAN:                            AT35 1919 0000 0023 8394
BIC:                              BSSWATWW
Verwendungszweck:    Solidaritätsfonds FOIRN – Wiederaufbau Wariro

Vielen Dank schon im Voraus.

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Indigenes Kunsthandwerk

22/10/2014

Die Kunst spielt auch bei unseren PartnerInnen am Rio Negro eine große Rolle. Seit einigen Jahren werden kunstvoll geflochtene Korbwaren, Schmuck u.v.m. im Kunsthandwerkszentrum Wariró in São Gabriel da Cachoeira vermarktet. Rechtsträger ist die FOIRN. Die Geschäftsführung nimmt Bestellungen auf, leitet sie an die ProduzentInnen weiter, empfängt und liefert die Waren, erhält die Bezahlung und gibt sie weiter, bzw. finanziert sie nach Möglichkeit vor. Sie berät und unterstützt die ProduzentInnengruppen und führt Schulungskurse durch.

Für die Produkte werden Pflanzenfasern und natürliche Farbstoffe aus der Region verarbeitet.

(c) FOIRN

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Von Körben bis zum Blasrohr mit Pfeilen

  •  Urutu: Diese Körbe werden für den Transport und die Aufbewahrung von Maniokwurzeln, Bananen, etc. verwendet.
  •   Tipiti: Schlauchartiger Behälter zum Auspressen der geriebenen Maniokmasse.
  •   Ritualbank: Kleine Bank, die bei Festen und Zeremonien des Tukano Volkes verwendet wird.
  •   Blasrohr mit Pfeilen: Männer verwenden traditionell bei der Jagd Blasrohre mit Pfeilen.

Infos & Fotos

Was ist die FOIRN?

22/10/2014

Im Juni 2014 war die 1. Präsidentin der FOIRN, Almerinda Ramos de Lima, in Österreich.

Wer oder was ist die FOIRN? logo_foirn

Kurz: Der Dachverband der indigenen Organisationen am Rio Negro.

Länger: Der Zusammenschluss der lokalen Vereine indigener Gemeinschaften und Gruppen (Frauen) im brasilianischen Anteil des Rio Negro Gebietes. Es ist ein privater und gemeinnütziger Verein, ohne politische und religiöse Bindungen. Der Sitz befindet sich in São Gabriel da Cachoeira im Bundesstaat Amazonas, Brasilien.

Landrechte als Gründungsmotiv

Die indigenen Völker vom Rio Negro haben 1987 angesichts massiver militärischer und wirtschaftlicher Interessen die FOIRN gegründet, um sich gemeinsam für die Anerkennung (Landrechte) der indigenen Territorien durch die brasilianische Regierung entsprechend der Bundesverfassung einzusetzen und die Verwirklichung eines umfassenden regionalen Entwicklungsprogramms voranzutreiben.

Organisation & Aufbau der FOIRN

Oberstes Gremium der FOIRN ist die Vollversammlung, bestehend aus Delegierten der rund 90 Mitgliedsorganisationen. Diese wählen den ‚Conselho diretor‘ (Direktionsrat) mit insgesamt 25 Mitgliedern und die ‚Diretoria‘ (Direktorium, Vorstand), bestehend aus fünf Personen, für eine vierjährige Amtsperiode. Der Vorstand untersteht dem Direktionsrat und ist mit der Repräsentation, Durchführung der Programme und Projekte, sowie der Verwaltung beauftragt. Der Direktionsrat trifft sich ein- bis zweimal jährlich.
Das Gebiet ist in fünf Subregionen unterteilt, jedes Vorstandsmitglied ist für eine davon zuständig. Jede Region wählt eine Koordinierungsgruppe und eine/n KoordinatorIn, die für die regionalen Aktivitäten verantwortlich sind. Die FOIRN beschäftigt etwa 15 Personen. Es gibt Abteilungen für Frauen, Jugend und indigenes Bildungswesen, die Buchhaltung, das Sekretariat und das Lager.

Verhandlungs- & Vertragspartner

Die FOIRN ist nicht die Vertretung der indigenen Völker (die mehr oder weniger noch traditionelle Hierarchien haben), sondern die der indigenen Organisationen. Ihre Gründung als juristische Person war die Voraussetzung, um als Vertretung indigener Interessen von staatlichen und anderen Einrichtungen als Verhandlungs- und Vertragspartner akzeptiert zu werden. Aufgrund der institutionellen Stärkung, auch infolge der Partnerschaft, ist die FOIRN eine der anerkanntesten indigenen Organisationen und nimmt in verschiedensten Gremien teil.

Direktorium (c) FOIRN

Direktorium
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