Archive for the ‘Mobilitätswoche’ Category

Autofreies Genießen

23/09/2010
Peter Czermak Klimabündnis

Peter Czermak Klimabündnis

Heute ist also wieder der Abschluss der Mobilitätswoche 2010 – der Autofreie Tag. Beim „Rasen am Ring“ der IG Fahrrad und Wiener Umweltinitiativen waren die Rasenplätze dicht besetzt und die BesucherInnen genossen den Sonnenschein und die ungewohnte Lebendigkeit und gleichzeitig Entspanntheit und Ruhe auf dieser Prachtallee.
Rasen am Ring 2010
PassantInnen, jung und alt flanierten mitten auf der Straße, RadfahrerInnen fuhren kreuz und quer, Kinder bemalten die Fahrbahn mit bunten Zeichnungen. Was für ein Gewinn, was für eine Qualität. Die Autofahrer stellen in Wien 1/3 der VerkehrsteilnehmerInnen. Sie beanspruchen jedoch 80% der Straßenfläche. Wie schrieb doch schon 1912 der Wiener Freiherr von Pidol: „Woher nimmt der Automobilist das Recht, die Straße, wie er sich rühmt, zu beherrschen, die doch keineswegs ihm, sondern der gesamten Bevölkerung gehört, diese auf Schritt und Tritt zu behindern und ihr ein Verhalten zu diktieren, das er nur auf eigenen, privaten Wegen fordern dürfte?“
Rasen am Ring 2010

Rasen am Ring 2010

Peter Czermak koordiniert für das Klimabündnis die Europäische Mobilitätswoche in Österreich.

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Die geräuschvollste Fahrradkolonne in NÖ

21/09/2010

So sehen Sieger aus: Die Kuhglocken-Kombo wurde prämiert.

Es war das Highlight in der Europäischen Mobilitätswoche in NÖ: der RADLresonanzREKORD in Langenlois. Ziel war es, die geräuschvollste Fahrradkolonne zu bilden.

Und das Ziel wurde mehr als nur erreicht. Als ich eineinhalb Stunden vor Beginn der Veranstaltung am Holzplatz – dem Ortszentrum in Langenlois – ankam, war das Ortszentrum bereits voll. Voller RadlerInnen, viele davon verkleidet und alle davon mit großer Lust, so richtig laut zu werden. Mitten drin im Gewusel ein trachtig gekleideter Mann mit einem riesigen Korb am Buckel aus dem ein noch riesigerer Kukuruz (nur so zur Info: der österreichische Name des Mais, Kukuruz, wird von den ungarischen Bauern, den Kuruzzen, abgeleitet) herausschaut. Und die Ortsfeuerwehr ist auch unterwegs. Natürlich auch mit dem Rad, diesmal aber nicht mit einem Horn, sondern mit einer Trommel. Ganz auf Teamwork: Einer hat sie umgeschnallt und dreht kräftig mit der Ratsche, zwei andere hauen von links und rechts drauf. 400 RadlerInnen waren es schlussendlich – doppelt so viele wie erwartet.

Die besten Bilder.

Der RADLresonazTAG war ein Fest, ein Fest für die RadlerInnen und ein Fest für klimafreundliche Mobilität. Eine sehr gute Idee, bei der der Spaß im Vordergrund.  Und auch wenn es laut war. Auch der Vergleich spricht für das Rad: Der Durchschnittspegel betrug in rund 3 Metern Abstand 90 dBA – kein Vergleich aber zum Geräuschpegel drei Meter neben einer stark befahrenen Bundesstraße oder Autobahn.

von Claudia Daniel (Klimabündnis NÖ).

Mobilitätswochen-Arbeitsqualität

10/09/2010

Peter Czermak, Klimabündnis

Es ist schön eine Arbeit zu haben, die sinnvoll ist und Spass macht. Die Koordination der Europäischen Mobilitätswoche ist so eine Sache. Da ist man ein Teil von einem großen engagierten Netzwerk von Akteuren mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigeren Lebensgestaltung im Verkehrsbereich.

Dies beginnt bei den vielen Akteuren, BürgermeisterInnen, GemeinderätInnen, GemeindemitarbeiterInnen und AktivbürgerInnen in den österreichischen Gemeinden. Eine Woche vor Beginn der Mobilitätswoche ist absehbar, dass 2010 ein neuer Teilnahmerekord mit deutlich mehr als 400 Städten und Gemeinden ereicht wird. Neue Radwege werden eröffnet, Elektromobilität getestet, ÖV-Angebote beworben, autofreie Straßenbereiche mit Leben gefüllt, Autos verhüllt, Pedibusaktionen für autofreie Schulwege gestartet und vieles mehr.

In unserem Klimabündnisbüro in Wien sind die MitarbeiterInnen eifrig beschäftigt die Materialbestellungen der Gemeinden zeitgerecht abzuwickeln und zu versenden. Der Pressereferent feilt an den letzten Formulierungen für die zahlreichen Presseaussendungen. Auch in den Klimabündnis-Landesbüros sind die KollegInnen tätig, die Gemeinden noch bis zuletzt bei ihren Aktionen zu beraten und zu unterstützen. Auch andere Organisationen wie das Energieinstitut in Vorarlberg oder die Dorf- und Stadterneuerung in Niederösterreich sind wesentlich an den Vorbereitungen beteiligt.

Wichtige Partner gibt es auch bei den Verkehrsverbünden und Verkehrsunternehmen, die mit zusätzlichen ÖV-Aktionen ein attraktives Angebot für die Mobilitätswoche schaffen. Kreative Köpfe bei Beratungsbüros wie z.B. beim Büro Praschl Motiv- und Mobilitätsforschung sorgen für immer wieder neue Ideen wie dem heurigen RADLresonanzREKORD in Langenlois.

Auch die MitarbeiterInnen in den Institutionen von Bund und Ländern sind wesentlich beteiligt. Ohne finanzielle und inhaltliche Unterstützung des Lebensministeriums und zahlreicher Bundesländer wäre eine Kampagne in dieser Breite schwer abwickelbar.

Doch auch auf internationaler Ebene gibt es das Netzwerk der Akteure. Drei mal jährlich treffen sich ca. 15 nationale Mobilitätswochen-KoordinatorInnen zum inhaltlichen Austausch und Weiterentwicklung der Kampagne. Im Auftrag der EU erfolgt die internationale Koordinierung gemeinschaftlich durch Energy Cities, Eurocities und Klimabündnis International.

Alle diese Personen (und auch die, die ich jetzt vergessen habe) wollte ich jetzt einmal vor den Vorhang holen und mitteilen: es ist toll, mit euch im Team zu arbeiten! Und für euch singt jetzt Django Edwards den Bicycle Seat Song. Weitere amüsanten Verkehrsvideos gibt es auf http://www.mobilitaetswoche.at/start.asp?ID=229385&b2=1179

Peter Czermak koordiniert für das Klimabündnis die Europäische Mobilitätswoche in Österreich.

Transparent- und Verteilaktion in Wien

25/08/2010

Simon Nickelkoppe, Klimabündnis

Hallo liebe Freunde und Freundinnen des Autofreien Tages und der Mobilitätswoche! 

Ich bin Praktikant beim Klimabündnis in Wien und mitzuständig für alles rund um die Europäische Mobilitätswoche. Im Vorfeld des Autofreien Tages am 22. September soll natürlich auch in Wien auf diese Aktion aufmerksam gemacht werden. Wie stellt man das am besten an? Wir versuchen die Leute beim Autofahren zu erreichen, für unsere Anliegen sensibel zu machen und für dieses tolle Ereignis zu begeistern: Ein Tag lang keine Autos auf den Straßen, kein Lärm, keine Abgase. Dafür viel neuer Freiraum! (Wie man ja schön auf den Bildern von Peters vorigen Eintrag erkennen kann).

Wie schon im letzten Jahr organisiert das Klimabündnis in Wien eine Transparent- und Verteilaktion. An bestimmten Straßenkreuzungen bzw. Hauptverkehrsknotenpunkten werden Transparente gezeigt und Infomaterial verteilt. Hierfür organisiere ich eine Gruppe von Studenten und Studentinnen oder sonstigen Menschen, die Lust und Zeit haben mitzuhelfen. Diese werden dann zwischen dem 16.-17.9 und 20.-22.9.2010 immer vormittags und abends kräftig Werbung für den Autofreien Tag machen! 

Bin schon gespannt wie die Europäische Mobilitätswoche und der Autofreie Tag dieses Jahr in Wien ablaufen und freu mich jetzt erst einmal auf das vor mir liegende Praktikum!
LG, Simon

Ein Monat vor Beginn der Europäischen Mobilitätswoche

17/08/2010

Peter Czermak, Klimabündnis

In einem Monat ist es soweit: In mehr als 400 österreichischen Städten und Gemeinden werden im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche 16.-22.9. und des Autofreien Tages 22.9. wieder Aktionen zu umweltfreundlicher Mobilität gesetzt, neue Radwege eröffnet, autofreie Bereiche geschaffen, neue ÖV-Angebote vorgestellt, Schnupperaktionen im Öffentlichen Verkehr gesetzt.

Genau vor einem Monat gab es eine Autofrei-Aktion, die wohl als großes Vorbild für all diese Maßnahmen gelten kann. Am 18.7. wurde in Deutschland im Ruhrgebiet die Autobahn A60 auf einer Länge von 60 km gesperrt. Bei der Aktion „Still-Leben auf dem Ruhrschnellweg“ im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 wurden 20.000 Tische auf der sogenannten Programmspur aufgestellt und mit Kultur und Kulinarik befüllt. Auf der Mobilspur, wo alles erlaubt war was keinen Motor hat, kam es dann zeitweise sogar zu Staus für Skater, FahrradfahrerInnen, Rikschas etc. 

c: Mathias Duschner

3 Millionen Menschen (!) nahmen an diesem autofreien Festereignis teil. Lassen Sie sich begeistern und insipieren von den Videos „Der schönste Stau der Welt“ und den Fotos auf www.ruhr2010.still-leben-ruhrschnellweg.de und sammeln wir den Schwung für unsere Aktivitäten zur Mobilitätswoche 2010 und für Sanfte Mobilität in unseren Gemeinden für das ganze Jahr.

Peter Czermak koordiniert für das Klimabündnis die Europäische Mobilitätswoche in Österreich.

c: Manfred Vollmer

Europäische Mobilitätswochenkonferenz

06/04/2010

Barbara Kulmer

Brüssel die Stadt der Versuchung!

 Auf Einladung von Klimabündnis Österreich nahm ich am Europäischen Mobilitätswochen – Meeting in Brüssel teil. Brüssel was für eine wunderbare Stadt, der Grand Place und an jeder Ecke ein Schokoladengeschäft, mir kam vor über der ganzen Stadt liegt der Duft von Schokolade.

Dann das Meeting: Teilnehmer aus ganz Europa mit dem verschiedensten Background und alle mit dem gleichen Ziel: Aktivitäten zu setzen zur Förderung umweltfreundlicher Mobilität.

Am meisten beeindruckt haben mich Berichte aus so großen Städten wie Zagreb oder Budapest, denen es gelingt, während der gesamten Mobilitätswoche Ihre Innenstadt zu sperren und das in Ländern in denen das Auto einen noch größeren Stellenwert hat als bei uns.

Meine Hoffnung: vielleicht kann der Hinweis auf solche Städte manchen Bürgermeister bei uns überzeugen und noch mehr Städte beteiligen sich an der European Mobility Week. Und was für uns natürlich noch wichtiger wäre: sie setzen zukünftig mehr mutige Schritte für verkehrsfreie oder verkehrsberuhigte Bereiche.

Barbara Kulmer ist Umweltberaterin der Stadtgemeinde Weiz

Fietsen in Flandern

31/03/2010

Brigitte Schicho

Wie mein Kollege Peter Czermak nutzte auch ich die Gelegenheit, ein paar Tage vor dem Mobilitätswochen-Meeting nach Belgien zu reisen, um Freunde in Bornem (zwischen Brüssel und Amsterdam) zu besuchen.

Auch hier wurde überall fleißig „gefietst“, auffallend war die hohe Dichte an sportlichen MountainbikefahrerInnen – wobei ich mich als fast gelernte Österreicherin bayerischer Abstammung schon fragen musste, wozu die so viele Gänge brauchen. Die einzigen Erhebungen, die ich ausmachen konnte, sind die Deiche, die das Land vor Überschwemmung schützen und gleichzeitig als Radwege dienen – und diese Deiche waren für mich auch mit einem einfachen Hollandrad bewältigbar (vielleicht, weil ich fast gelernte Österreicherin bin).

Auffallend war auch die hohe Dichte an Falträdern, eine, wie ich finde, sehr sinnige Erfindung. In Österreich wird man als Besitzerin eines solchen sehr oft angesprochen, da es eher selten ist…

In einem Workshop auf der Mobilitätswochen-Konferenz fragte ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Zagreb in die Runde, wie man plakativ den Platzverbrauch eines Autos darstellen könne. Die in Österreich bereits häufig verwendeten „Gehzeuge“ kannte er noch nicht. Ich versprach ihm, eine Bauanleitung plus Bilder zu schicken, welche er nach Erhalt wie folgt kommentierte: „Wooooooowww!  Great! Thnx!  :)“

… so leicht kann man Menschen glücklich machen.

Brigitte Schicho ist Regionalstellenleiterin beim Klimabündnis Steiermark.

Fietsen in Amsterdam

23/03/2010

Peter Czermak koordiniert die EMW in Österreich.

Die Europäische Mobilitätswoche 2010 – kurz EMW – hat begonnen. Zumindest für mich als Österreich-Koordinator. Bei der Mobilityweek-Konferenz in Brüssel geht es um den Austausch der Aktivitäten zur Förderung umweltfreundlicher Mobilität im Rahmen der EMW. 

Vorher gönnte ich mir jedoch ein Urlaubswochenende in Amsterdam und erhielt wieder einmal ein Praxisbeispiel, was umweltfreundliche Mobilität bedeuten kann und wie viel Spaß und Lebensfreude sie ermöglicht

Amsterdam, die Stadt der RadfahrerInnen. Wo man unterwegs ist, überall flitzen sie mit den „Fietsen“ vorbei. Und Radfahren macht hier wirklich Freude, denn alle Verkehrsstraßen sind mit komfortablen Radverkehrsanlagen ausgestattet: Radweg, Radstreifen oder Mehrzweckstreifen.

Und im Nebenstraßennetz ist das Auto ohnehin nur geduldet: Schwellen ca. alle 100m, Aufpflasterungen an den Kreuzungen,  Fahrbahnverengungen und durchgezogene Gehsteige, Poller als Schutz gegen das Verparken – das Instrumentarium der Verkehrsberuhigung ist hier wirklich konsequent angewandt. Man muss es erleben, was dies an Lebensqualität und Lebendigkeit für eine Stadt bedeutet, wenn die Basis Sanfte Mobilität und nicht der Autoverkehr ist. Jede Menge Cafes auf der Straße, und auch die kleinen Geschäfte als Nahversorger an der Ecke gibt es hier nach wie vor!

Neben den komfortablen Radanlagen hat auch die Straßenbahn im Innenstadtbereich ihre eigenen Gleiskörper – als Ergebnis bleiben für den Autoverkehr nur wenige Fahrspuren über. Auch Autoabstellmöglichkeiten sind rar gesät. Und wenn man einen Straßenparkplatz findet, dann zahlt man in der Innenstadt 5 Euro pro Stunde! Dafür sieht man immer wieder die Standplätze der kleinen Carsharing-Autos von „Greenwheels“. Das ergibt alles ein schlüssiges Bild konsequenter Verkehrspolitik für Sanfte Mobilität: Hier zahlt es sich aus, autofrei unterwegs zu sein – und es macht Riesenspaß! 

Der Mobilitätsexperte Peter Czermak koordiniert für das Klimabündnis die Europäischen Mobilitätswoche in Österreich.

Start zur Europäischen Mobilitätswoche 2010

15/03/2009

Peter Czermak

Die weltweit größte Kampagne für Sanfte Mobilität steht vor der Türe. Und das, obwohl die Europäische Mobilitätswoche samt dem Autofreien Tag erst – wie immer – von 15. bis 22. September über die Bühne geht.

Doch schon jetzt beginnen die Planungen. Bei uns im Klimabündnis, das mit Unterstützung des Lebensministeriums, die EMW koordiniert und in den Gemeinden, die sich engagieren. Im letzten Jahr waren es 401 Gemeinden – das war wieder einmal Europarekord. Bei der elften Auflage heuer wollen wir zum dritten Mal die 400er-Grenze übertreffen. Das europaweite Motto 2010 lautet „Travel smarter – live better“ und bildet eine Klammer um die Themen Verkehr und Gesundheit.

Lesen Sie in diesem Blog wie die Planungen laufen. Für Sie bloggen MitarbeiterInnen des Klimabündnis genauso wie GemeindevertreterInnen, die an der Europäischen Mobilitätswoche teilnehmen.

Peter Czermak vom Klimabündnis Österreich ist der Koordinator der Europäischen Mobilitätswoche & des Autofreien Tages.