Archive for the ‘Delegationsreise Herbst09’ Category

Klimaschutz unter einem guten Stern

22/10/2009

Den krönenden Abschluss ihrer Europa-Reise formte die Auftritte bei der Klimabündnis Jahreskonferenz und der Verleihung des Climate Star im Stift Melk.  Irineu Rodrigues und Daniel da Silva begrüßten am Vormittag alle Anwesenden und stellten die aktuelle Arbeit der FOIRN dar.

Am Nachmittag ging es in einem intensiven Workshop unter dem Titel „Regenwald als Handelsware – die neue Form des Kolonialismus durch Kopenhagen“ weiter. Denn Irineu Rodrigues und Daniel da Silva sowie ihre 23 Völker am Rio Negro sind von der Einführung der REDD Zertifikate (reducing emissions from deforestation and degradation) direkt betroffen. Internationale Firmen sind bereits an die FOIRN mit dem Interesse herangetreten, ihr Gebiet zu kaufen. „Wie soll ich da meinen Leuten erklären, dass es sich nur um schnelles Geld handelt und die Rechte für die Indigenen missachtet werden“ meint Rodrigues besorgt.

Bei der Climate Star Gala am Abend machten Irineu Rodrigues und Daniel da Silva nochmals deutlich, dass das Klimabündnis eine starke Allianz ist, die für eine deutliche CO2 Reduktion und den Regenwalderhalt einsteht. Die FOIRN wird auch zukünftig ein verlässlicher Partner dieses Bündnisses sein.

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Irineu Rodrigues und Daniel da Silva auf der Bühne

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Besuch beim Solar Camp und schon bald 5 Neue im Klimabündnis

21/10/2009
mit den SchülerInnen vor einem fast fertigen Panel

mit den SchülerInnen vor einem fast fertigen Panel

Heute war die Delegation zu Gast in der Hauptschule Deutschlandsberg, wo zurzeit eine thermische Solaranlage installiert wird. Dabei arbeiten die steirischen SchülerInnen selbst und gemeinsam mit slowakischen SchülerInnen an der Errichtung der Anlage.

Irineu Rodrigues und Daniel da Silva bedankten sich bei den 40 Jugendlichen für ihren Beitrag, denn die Energie der Sonne macht nicht nur unabhängig sondern bedeutet auch weniger Erdöl-Förderung aus Regenwaldgebieten. Die Hauptschule Deutschlandsberg ist bereits thermisch saniert und die Solaranlage ist ein weiterer wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Der Verein MUP (Menschen – Umwelt – Perspektiven) engagiert sich im Mariazeller-Land für Klimaschutz und den Erhalt der natürlichen Ressourcen, denn die MariazellerInnen fühlen sich selbst als „privilegiert“ in einer so intakten Umwelt zu leben und wollen diese auch weiter schützen. Umso stärker die Betroffenheit beim Publikum als Irineu Rodrigues und Daniel da Silva über den Rückgang des Fischbestands, extreme Trockenheiten und starke Hitzewellen am Rio Negro berichteten. Die fünf Gemeinden in der Region haben an diesem Abend die Bedeutung von „global denken – lokal handeln“ erkannt und möchten dem Klimabündnis beitreten. Damit unterstützen sie die Partner bei ihren Bemühungen um den Erhalt des Regenwalds.

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Herzlicher Empfang in Viehdorf und Ardagger

19/10/2009

Zu Gast in Viehdorf und Ardagger durften Irineu Rodrigues und Daniel da Silva zuerst die thermische Sanierung und Hackschnitzelheizung der Schule und des Kindergartens Viehdorf kennen lernen. Nächster Besuchspunkt war die Elefanten-Gras Pflanzung in Ardagger, das als Brennstoff zum Heizen dient.

Am Abend trugen die Gäste aus dem Amazonas ihre Anliegen vor breitem Publikum im Gasthof Sonnenhof der Familie Korn vor. Mit großem Interesse verfolgten die rund 50 Anwesenden die Bedrohungen der PartnerInnen durch den Klimawandel durch Wetterextreme wie Trockenheit oder Überschwemmungen. „Diese Ereignisse verringern unseren Fischbestand und Fisch ist unser Hauptnahrungsmittel. Außerdem bringt der Klimawandel auch unseren Bauernkalender völlig durcheinander“, schließt Rodrigues über die Auswirkungen vor Ort. Eine rege Diskussion mit vielen Fragen an die Klimabündnis-Partner folgte.

Als weiteres Highlight überreichten Irineu Rodrigues und Daniel da Silva an diesem Abend an Bürgermeister Johann Redl von der Gemeinde Viehdorf als Klimatour-Hauptpreis-Gewinner die Sieger-Urkunde sowie eine Packung FAIRTRADE-Kaffee. Diese stand symbolisch für den Preis für die Gemeinde Viehdorf – einen Jahresbedarf an Kaffee, fair gehandelt versteht sich! Wir danken der EZA für das Sponsoring dieses Preises.

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Bei der Überreichung des Klimatour-Preises

1 Million Taten

16/10/2009
im FM4 Studio

im FM4 Studio

Am heutigen Tag durfte die Delegation von einem Zusammentreffen mit Vertretern des Lebensministeriums und der Allianz für Klimagerechtigkeit weiter ins Studio zu FM4 und anschließend zum Cool Planet Concert vor dem Parlament mit Greenpeace. Überall galt die Botschaft den industrialisierten Ländern, ihre Emissionen deutlich zu reduzieren! Denn Irineu und Daniel, ihre Familien un die Völker am Rio Negro spüren bereits heute durch extreme Wetterschwankungen (Austrocknen der Flüsse, Überschwemmungen, extreme Hitze) die Folgen des Klimawandels und sorgen sich um die Lebensgrundlage der Menschen in ihrem Gebiet.

Beim Konzert bewiesen Kinder und Jugendliche – die meist aus Klimabündnis-Schulen kommen – wie bedeutend ein gerechtes Klimaabkommen in Kopenhagen für sie ist. Insgesamt vier Forderungen wurden der Politik übergeben!

Kopenhagen stellt auch für die Indigenen eine große Hoffnung dar und gleichzeitig die Forderung für mehr KLIMAGERECHTIGKEIT!

für mehr Klimagerechtigkeit in Kopenhagen

für mehr Klimagerechtigkeit in Kopenhagen

Mehr Rechte für Indigene und Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen

15/10/2009

das sind die Forderungen von Seiten der FOIRN Vertreter Irineu Rodrigues und Daniel da Silva sowie der Globalen  Verantwortung – Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und humanitäre Hilfe an die Politik. Am Donnerstag Abend fand in Wien Neubau eine Diskussion zwischen der FOIRN, AG Globale Verantwortung, Abg.z.NR Franz Glaser, Klimabündnis und Südwind Wien statt, die sich regen Interesses erfreute.

GF Ruth Picker von der Globalen Verantwortung fordert, dass aus menschlicher Sicht und aus Effizienzgründen Maßnahmen für den Klimaschutz sofort umgesetzt werden müssen, denn „sonst muss ein Vierfaches zur Katastrophenhilfe eingesetzt werden“. Glaser als gebürtiger Güssinger sieht es als wichtig, „die Nahrungsmittel- und Energieproduktion weitgehend autark zu gestalten und die Finanztransaktionssteuer sowie Steuern auf Treibstoffe im Flug- und Schiffsverkehr einzuheben – denn das hilft dem Klimaschutz und der regionalen Wirtschaft.“

Der 7. Wiener Gemeindebezirk geht mit gutem Beispiel voran und bezieht seine Energie teilweise aus der hauseigenen PV- und Solarthermieanlage. „Wir rücken immer näher zusammen und tragen füreinander Verantwortung, daran ändern unterschiedliche Kontinente nichts“ so Bezirksvorsteher Blimlinger über die Bedeutung des Beitritts zum Klimabündnis.

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Bergheim – 37. Salzburger Klimabündnis-Gemeinde

14/10/2009
Manifestunterzeichnung in Bergheim

Manifestunterzeichnung in Bergheim

Bürgermeister Johann Hutzinger unterzeichnet gemeinsam mit Indigenen Klimabündnispartnern aus Amazonien das Klimabündnismanifest.

 

Der dritte Besuchstag im Bundesland Salzburg begann mit einem Besuch bei der Fa. NET (Neue Energie Technik). Der Geschäftsführer Franz Schwaighofer präsentierte sein Konzept zur Energieautarkie für die Gemeinde Schleedorf. Dieser Zukunftsplan sieht vor, im Endausbau nur mit der Kraft der Sonne die gesamte Energieversorgung abdecken zu können. Eine Betriebsführung mit der Besichtigung der unterschiedlichsten erneuerbaren Energieversorgungssysteme und den Elektrotankstellen, Solarstraßenbeleuchtungen und natürlich dem Elektrofuhrpark machte den Schlusspunkt.

Manifestunterzeichnung in Bergheim

Der Höhepunkt am 14.10.2009 war jedoch die feierliche Manifestunterzeichnung der Gemeinde Bergheim zum Beitritt als 37te Klimabündnisgemeinde im Bundesland Salzburg.

Bürgermeister Johann Hutzinger besiegelte gemeinsam mit den beiden Besuchern aus Amazonien Irineu Laureano Rodrigues und Daniel Benjamim da Silva den Beitritt zum gemeinsamen Bündnis.

„Zahlreiche Maßnahmen zum Klimaschutz wurden in Bergheim bereits umgesetzt und zahlreiche sollen noch folgen so der Tenor von Bürgermeister Hutzinger. Das war eine wichtige Motivation zum Beitritt zum Klimabündnis.“

Die Feier fand in der Volkschule der Gemeinde Bergheim statt und wurde durch Musikbeiträge der Volkschüler begleitet. Einer Ihrer Wünsche zum Klimaschutz ist weniger Verkehr. Das setzten Sie auch selbst beim grünen Meilen Sammeln um. Für jeden umweltfreundlich zurückgelegten Schulweg sammeln Sie gemeinsam sogenannte grüne Meilen für Ihre Sammelhefte (nähere Informationen unter  http://www.klimabuendnis.at/start.asp?ID=220209&b2=747)

Irineu Laureano Rodrigues und Daniel Benjamim da Silva nach der Beitrittsveranstaltung: „Auch bei uns im Amazonasgebiet gibt es noch viel in Sachen Klimaschutz zu tun. Wir haben viele Beispiele gesehen, wo hier im Klimaschutz bereits sehr viel geleistet wird. Unser Besuch in Österreich und in seinen Klimabündnisgemeinden gibt uns viele Anregungen die auch wir zuhause umsetzten können.“

Eine der Kehrseiten des Konsums

13/10/2009
Schockiert über die Müllberge, hier gemeinsam mit Hrn. Ramsauer vom SAB

Schockiert über die Müllberge, hier gemeinsam mit Hrn. Ramsauer vom SAB

Heute durfte die Delegation in Salzburg das Endprodukt unseres Konsums in den Umweltschutzanlagen Siggerwiesen – Salzburger Abfall Behandler und Reinhalteverband Großraum Salzburg kennen lernen.

Stolze 420 kg Müll fällt pro Person und Jahr in einem österreichischen Haushalt an. In der Anlage in Siggerwiesen wird der Abfall aus dem Großraum Salzburg erfasst, analysiert, sortiert und behandelt. Der Großteil des Restmülls wird anschließend in der Müllverbrennungsanlage Lenzing zur Wärme- und Stromgewinnung verbrannt.

In der angeschlossenen biologischen Kläranlage werden die Abwässer von bis zu 630.000 EinwohnerInnen des Landes entsorgt. Mit 48 Liter verbraucht eine Person in Österreich knapp ein Drittel der täglichen aufgewendeten Wassermenge alleine für die Toilettenspülung!

Die technischen Möglichkeiten der Müll- und Abwasserentsorgung haben Irineu Laureano Rodrigues und Daniel Benjamim da Silva auf der einen Seite beeindruckt, auf der anderen Seite zeigten sie sich bestürzt über unsere Wegwerfgesellschaft und die Mengen an der Wasserverschwendung in österreichischen Haushalten. Da Silva schließt daraus: „Ich rate allen, insbesondere Schulen, diese oder ähnliche Anlagen zu besuchen. Ich wette, jede/r wird danach sparsamer mit den Ressourcen umgehen.“

Filmtipp: Plastik Planet, siehe auch: http://www.plastic-planet.at/

Amazonas trifft Alpen

13/10/2009
Treffen mit Diözesanbischof Alois Schwarz, den TouristikerInnen der Region und ExpertInnen

Treffen mit Diözesanbischof Alois Schwarz, den TouristikerInnen der Region und ExpertInnen in Heiligenblut

Gestern war es noch sonnig warm und ein angenehmer Herbsttag, doch schon heute fiel Schnee am Großglockner und Regen im Tal. So mussten die Pressekonferenz am Fuße der Pasterze und die Bootsfahrt auf der Gail ins trockene Innere verlegt werden. Sozusagen „Klimawandel hautnah“…

Neben unseren indigenen Partnern der FOIRN, besuchten auch Edite Lopes de Souza und Rosenilson Felix de Amaral als Partner des Welthauses die Kärntner Gemeinden. Die Klimabündnis Vertreter beleuchteten die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf Fischbestand, ihren „Bauernkalender“ und Feldarbeit im Amazonas, die Gäste aus dem Nordosten Brasiliens die Problematik der Agrotreibstoff-Produktion. Die Kärntner TouristikerInnen und ExpertInnen sprachen auch über die Gefahren des Klimawandels für die heimische Wirtschaft.

Betroffenheit verbindet die Gemeinden Heiligenblut, Hermagor, Kötschach-Mauthen und Paternion / Feistritz sowie das Land Kärnten mit den indigenen Partnern aus dem Amazonas und gibt Energie für weitere nachhaltige Projekte im Kampf um ein weltweit besseres Klima.

Hier ein Filmtipp & Blogs von Irineu und Daniel (auf Portugiesisch)

Birdwatschers – das Land der roten Menschen; zu sehen im Filmstudio Villach
http://irineubaniwa.wordpress.com/
http://baniwaonline.wordpress.com/

vorm Weltladen Hermagor

vorm Weltladen Hermagor

Zwei schützenswerte Ökosysteme

09/10/2009
gemeinsam mit Bgm. Erler (Tux) und Bgm. Hauser (Schwendau) am Hintertuxer Gletscher

gemeinsam mit Bgm. Erler (Tux) und Bgm. Hauser (Schwendau) am Hintertuxer Gletscher

Wieder retour in Österreich lernten Irineu Laureano Rodrigues und Daniel Benjamim da Silva die Alpen mit ihren Gletschern und sensiblen Ökosystemen kennen.

Erster Stopp waren die Gemeinden Tux und Schwendau in Tirol:  der gemeinsame Besuch am Hintertuxer Gletscher und des Natur-Eis-Palasts zeigte den indigenen Vertretern die Bedeutung der Eisriesen für die Alpen auf und war zugleich auch für Daniel die erste Gelegenheit, Schnee zu sehen.

In Niedernsill im Pinzgau entführte Hans Tiefenbacher Irineu und Daniel in die technischen Möglichkeiten von Photovoltaik und Windanlagen im Inselbetrieb. Denn die alpinen Schutzhütten und die „Malocas“ am Rio Negro haben eines gemeinsam, sie sind weit entfert von Stromnetzen größerer Gemeinden.

Der gesamte Alpenraum ist mit rd. 200.000 km² ungefährt zweimal so groß, wie das Gebiet unserer Partner FOIRN am oberen Rio Negro. Trotz der unterschiedlichen Ökosysteme handelt es sich um zwei besonders schützenswerte Lebensräume für Mensch und Natur.

PV Anlagen im Inselbetrieb von Hans Tiefenbacher

PV Anlagen im Inselbetrieb von Hans Tiefenbacher

FOIRN-Vertreter in den Rathäusern Prag & Pilsen

07/10/2009
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Irineu zeigt Regenwaldzerstörungen im Rathaus von Prag auf

Die letzten beiden Tage waren geprägt von Treffen mit hochrangigen VertreterInnen in den Rathäusern in Prag und Pilsen sowie im Umweltministerium der Tschechischen Republik. Neben dem fachlichen Austausch und Berichten zu den Auswirkungen des Klimawandels im Amazonasgebiet, wurden die weit gereisten Gäste durch sonst verschlossene Räume des Rathauses in Prag geführt.

Weiters konnten sich Irineu Laureano Rodrigues und Daniel Benjamim da Silva im Photovoltaik-Park Solarsun von Holýšov selbst ein Bild von den technischen Möglichkeiten der Solarenergie machen.

Morgen geht es weiter nach Tirol, wo am Freitag (09.10) ein Zusammentreffen der Gemeinden Tux und Schwendau auf dem Programm steht.

gemeinsam mit Geschäftsführer und Bürgermeister von Holýšov im PV Park Solarsun

gemeinsam mit Geschäftsführer und Bürgermeister von Holýšov im PV Park Solarsun