Archive for the ‘Delegationsbesuch aus dem Senegal’ Category

Voneinander Lernen

29/03/2013

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Die Reise am Içana Fluss brachte uns viele Eindrücke vom alltäglichen Leben der Indigenen. Diese möchten wir an dieser Stelle und zukünftig mit den Gemeinden teilen. Fünf Nächte in der Hängematte, Fischsuppe mit Chili zum Frühstück und trockene Maniokvariationen als Beilage zu jedem Essen, unangenehm juckende Stiche einer Moskitoart Pium am ganzen Körper und Muskelkater vom Fußballspiel mit den Schülern der Pamaalí Schule zählen zu den persönlichen Souvenirs.

Viel beeindruckender hingegen war der Besuch eines Feldes mitten im Wald. Niemand von uns hat jemals ein Feld mit so vielen Kulturen nebeneinander gesehen. Neben Maniok – die Hauptnahrungsquelle neben Fisch – sind auf einem ca. 1,5 ha großen Feld auch Bananen, Ananas, Chili und Palmen zu finden. Die Arbeit am Feld obliegt den Frauen. Ihr Tag beginnt um 4 Uhr Früh mit der Vorbereitung des Frühstücks und sich um die Kinder kümmern. Anschießend geht es aufs Feld, wo bis zum Nachmittag von Hand gearbeitet wird. Vom Feld zurück – oft mittels Paddelboot – wird die Wäsche im Fluss gewaschen und das Abendessen vorbereitet. Um 9 am Abend endet der Tag.

Immer wieder streicht das Klimabündnis hervor, dass die Indigenen im und mit dem Wald leben. Wir durften dies in Ansätzen erleben. Dieses Leben soll jedoch nicht nostalgisch wirken. Nur harte Arbeit lässt die Saat auf den nährstoffarmen Böden wachsen. Die Situation lässt sich vielleicht ein bisschen mit der Arbeit unserer BergbäuerInnen vergleichen.

Jērējēf! Danke an alle, die an der Reise mitgewirkt haben!

12/05/2010

im Studio mit Radio Afrika

Heute hat uns die Reise von Salzburg nach Wien direkt zum ORF und Radio Afrika geführt. Nächste Woche wird eine Sendung zu den Aktivitäten von HORIZONT3000 im Senegal ausgestrahlt. Dank des direkten Austauschs mit Mathy Diagne und Ismael Ndao gibt es noch zusätzliche Sendezeit über Boden- und Klimaschutz-Aktivitäten.

Weiter ging’s zu einem Interview mit Paul Trummer vom Kurier, der aktuell ein Buch über die Landwirtschaft schreibt (Erscheinungstermin: Sep. 2010). Er konnte aus erster Hand erfahren, dass im Senegal importiertes Geflügel aus Europa aus unserer Überproduktion um rd. ein Drittel billiger verkauft wird. Zuerst vielleicht noch mit Soja aus Brasilien gefüttert und dann im Senegal verkauft, zerstört es das lokale Angebot völlig (Buchtipp: das globale Huhn von Francisco Marí u. Rudolf Buntzel). Mathy Diagne und Ismael Ndao werden deshalb weiterhin aktiv die BäuerInnen und KonsumentInnen über die Vorteile einer biologischen und regionalen Landwirtschaft informieren. Wer weiß, vielleicht tritt Mathy’s Frauenorganisation schon bald in die Fußstapfen von Bio Austria, die vor ca. 30 Jahren mit ihrer Arbeit begonnen haben und heute 13.000 BäuerInnen als Mitglieder zählen.

Gemeinsam mit Paul Trummer vom Kurier

Mit dem heutigen Tag endet unsere offizielle Reise durch Österreich. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für den aufgeschlossenen und regen Austausch. Außerdem ein Danke an die ADA (Österreiche Entwicklungszuammenarbeit), die diese Reise mit unterstützt hat. Wir wünschen unseren Gästen aus dem Senegal, den vielen engagierten Gemeinden, Bio-BäuerInnen und Bildungseinrichtungen in Österreich weiterhin viel Erfolg und hoffen auf baldigen weiteren Austausch!

Seeham als Vorreiter in Sachen Boden- und Klimaschutz

11/05/2010

Ismael Ndao bekommt eine Heu-Fliege der Bio-Heu-Region geschenkt, die ausgezeichnet zu seinem senegalesischen Batik Hemd passt

Die Salzburger Gemeinde Seeham nimmt im Bereich Boden- und Klimaschutz eine Vorreiterposition ein. Angefangen bei einem großen Anteil an biologischer Landwirtschaft, überzeugt Seeham auch mit seiner klimafreundlichen Energieversorgung mittels Biomasse und Solar. Das ganzheitliche Konzept spiegelt sich auch in der Angebotsvielfalt des örtlichen Bauernladen wieder, der neben bio auch zahlreiche Produkte aus fairem Handel bietet. Seit heute gibt es dort übrigens auch Kleider und Schuhe aus dem Senegal, hergestellt von Mathy Diagne’s Frauengruppe. Ziel von Seham ist es, demnächst, das erste Bio-Dorf Österreichs zu werden. Außerdem ist Seeham die erste Bodenbündnis-Gemeinden im Bundesland Salzburg.

Vor dem bio-fairen Laden mit Bürgermeister Peter Altendorfer und Robert Pröll vom Klimabündnis

In der landwirtschaftlichen Fachschule Ursprung verfolgten LehrerInnen und SchülerInnen gespannt den Ausführungen von Ismael Ndao und Mathy Diagne über das Leben und die Landwirtschaft im Senegal. Vielen war es neu, dass die Fischbestände im Senegal aufgrund systematischer Überfischung aus China und Europa fast völlig verschwunden sind. Der Bevölkerung vor Ort bleibt deshalb nur mehr, in kleinen Fischerbooten das Wagnis einer Reise nach Europa einzugehen. In der Hoffnung, dort wieder die Lebensgrundlage für ihre Familie zu verdienen. Präsentationen von Peter Hecht (Bio Austria) und Hans Eder (Intersol) über die Bio-Landwirtschaft in Österreich und Energie-Konzepte in Bolivien und Indien weiteten den Blick aufs globale aus.

vor der LFS Ursprung mit LehrerInnen & SchülerInnen

Das Konzept der Energiegewinnung durch Biogas am Beispiel der Anlage in Seekirchen ist im Senegal noch neu. Dennoch könnte eine kleine Anlage Energie in viele Dörfer bringen, die heute noch völlig ohne Strom auskommen. Auch in ihrer biologischen Landwirtschaft gilt es für Mathy Diagne und ihre Frauengruppe, dass nur durch die eigene Kraft gearbeitet werden kann. Energie zum Betreiben der Pumpe beim Brunnen würde eine große Erleichterung bringen.

Aktiver Klimaschutz durch Kompostierung

10/05/2010

Kompostieranlage Tragwein: mit Johann Ingreiter - Leiter der Anlage & Bauer am Weg zur Energieautarkie sowie Paul Zarzer vom Land OÖ

Ein guter organischer Kompost bindet nachhaltig CO2 und liefert dem Boden wichtige Nährstoffe. Das weiß auch Mathy Diagne, denn ihre Frauengruppe verwendet am eigenen 4ha großen Feld nur biologischen Dünger und sichert damit Getreide- und Maisanbau während der 3-monatigen Regenzeit und Gemüseanbau in der Trockenperiode. Die Kompostieranlagen in Tragwein und Gallneukirchen haben sie und Ismael Ndao stark beeindruckt. Beide schmieden schon Pläne, wie dank einer Gemeinde eigenen Kompostieranlage vor allem die junge Bevölkerung im Dorf ein Einkommen erwirtschaften kann. Außerdem ist auch im Senegal noch viel Überzeugungsarbeit zu den Vorteilen biologischer Landwirtschaft zu leisten.

Auf der Mischmaschine der Kompostieranlage Gallneukirchen

Altbürgermeister Sieghartsleitner in Steinbach a.d. Steyr hat unsere Gäste aus dem Senegal einmal mehr überzeugt, dass sie am richtigen Weg sind. Denn auch im Senegal wird ein partizipativer Ansatz gewählt und zu allen Projekten und Vorhaben im Dorf und mit der Gemeinde diskutiert. Nach einem intensiven Austausch mit der Gemeinde sind auch Mathy und Ismael überzeugt, „im Bild zu sein“ und nicht aus „dem Rahmen zu fallen“. Am liebsten wären die beiden noch ein bisschen in Steinbach geblieben, so gut hat ihnen die Gemeinde mit ihrem ganzheitlichen Entwicklungskonzept gefallen.

Altbürgermeister Sieghartsleitner ist stolz, nach dem Sudan zum zweiten Mal Gäste aus Afrika zu empfangen

Wienbesuch

09/05/2010

Heute hatten wir dank des sonnigen Wetters einen sehr netten Besuch im Park und Schloss Schönbrunn und ließen so die vergangene Woche revue passieren. Mathy Diagne freut sich besonders, dass sie schon so viele engagierte Bodenbündnis-Gemeinden in Österreich kennen lernen konnte. Ismael Ndao schätzt vor allem den intensiven und aufgeschlossenen Austausch mit der Bevölkerung hier.  Außerdem stand die Vorbereitung für die kommende Woche am Programm. Morgen Montag geht es nach Tragwein und Gallneukirchen in Oberösterreich am Nachmittag nach Steinbach a.d. Steyr. Am Dienstag wird die Delegation in Salzburg sein, bevor es am Mittwoch retour nach Wien geht.

im Garten des Schloss Schönbrunn

„Bio wurzelt in einem gesunden Boden“

08/05/2010

meinte Biobäurin Sonja Willim treffend. Das heutige Programm führte uns zum Biobauernhof Adamah – ein Pionier im Marchfeld und auch in Sachen Direktvermarktung, zur Gartenbauschule Langenlois und zur Arche Noah nach Schiltern.

mit Elmar Fischer-Neuberberger, Gerhard Zoubek und Team vor dem Biohof Adamah

Gerhard Zoubek vom Adamah erklärte uns voll Begeisterung die Entstehung des Familienbetriebs und einmaligen Vermarktungskonzepts der Kistl-Hauszustellung. Im einstig konventionell geführten Betrieb war viel Überzeugungsarbeit notwenig, um bio auch logisch zu machen. Auch im Senegal sind Großkonzerne wie Monsanto aktiv, um BäuerInnen ihr Saatgut und Spritzmittel zu verkaufen. Mit verheerenden Folgen für Mensch und Boden. Mathy Diagne und ihre Gruppe von 72 Bäuerinnen haben ebenfalls einen ökologisch-ganzheitlichen Weg für ihre Produktion gewählt.

mit Direktor Franz Fuger in der LFS Langenlois

Direktor Fuger der Gartenbauschule Langenlois präsentierte stolz die Aufzucht von Biotomaten, Zierpflanzen und vielfältigen Setzlingen zum Weiterverkauf an die Arche Noah. Auch das „Ebbe & Flut“ Bewässerungssystem war Mathy Diagne und Ismael Ndao nicht unbekannt. Sie selbst wenden es ebenfalls bei ihren „Tisch-Hochbeeten“ an.

In der Arche Noah in Schiltern konnten wir einige der 4.500 verschiedenen Pflanzensorten und den Direktverkauf kennen lernen. Frau Christa hat mit Herz und viel Wissen Mathy Diagne einiges an Saatgut und Tipps für die Bewirtschaftung der 4 ha Gemüse- und Getreidebau ihres Bäuerinnen-Kollektivs im Senegal mitgegeben.

Krönender Abschluss des heutigen Tags war ein Abendessen im Weltcafé in Wien. Der Monat Mai steht unter dem Motto „Spezialitäten aus dem Senegal“ und diese sind laut Mathy Diagne auch sehr authentisch zubereitet!

Vom Nationalpark Djoudj in den Nationalpark Donauauen

07/05/2010

Beide Nationalparks befinden sich an Flüssen, die für die jeweiligen Länder große Bedeutung haben. Der Senegal Fluss ist wie die Donau der größte Fluss des Landes. Außerdem ist der NP Djoudj das drittgrößte Vogelreservat der Welt und bietet im Winter für Zugvögel aus der Sahara das erste Süßwasservorkommen nach der Durchquerung der Sahara. Ismael Nado hat nicht nur vor Ort im Senegal sondern auch bereits im Nationalpark Neusiedlersee geforscht und mitgearbeitet. Für Mathy Diagne, die aus der sehr trockenen Region Thiès kommt, wo es nur während der 3-monatigen Regenzeit grün ist, war es ein besonderes Erlebnis, der Donau 7km stromabwärts entlang zu paddeln und so viel Wasser um sich zu haben. Rangerin Barbara Mertin konnte den Gästen dank ihrer langjährigen und fundierten Erfahrung nicht nur zu Fauna und Flora, sondern besonders auch zu Bewusstseinsbildung und Parkmanagement einige Inputs mit auf den Weg geben.

Mit Rangerin Biber-Bärbl und Praktikantin Claudia im NP Donauauen

ELSA Tagung in Tulln

06/05/2010

ELSA steht für European Land and Soil Alliance – oder einfach Europäisches Bodenbündis. Am 6. und 7. Mai fand das jährliche Treffen der ELSA in Tulln a.d. Donau statt. Und Ismael Ndao und Mathy Diagne waren dabei und haben ihre Aktivitäten im Bodenschutz vorgestellt. Der Boden im Senegal ist u.a. durch den Jahrzehnte langen Anbau von Monokulturen wie Erdnuss oder Wassermelonen völlig zerstört. Alles war für den Export bestimmt. Doch als die ehemalige Kolonialmacht Frankreich keine Erdnüsse mehr wollte – einfach weil sie schlecht für die Gesundheit sind – blieb eines auf der Strecke: die BäuerInnen im Senegal. Deshalb sind die lokalen Erosionsschutzmaßnahmen, Abwechslung in der Fruchtfolge und Bildungsprogramme so wichtig, denn sie bieten der ländlichen Bevölkerung wieder eine Perspektive.

Der Workshop Bodenbündnis International wurde neben Mathy und Ismael mit TeilnehmerInnen aus Tschechien und der Slowakei seinem Motto gerecht.  Jede/r nahm am Ende Ideen mit, welchen Beitrag er/sie in den kommenden 5 Jahren leisten wird, um das Bodenbündnis international zu gestalten.

mit den TeilnehmerInnen des Workshops "Bodenbündnis international"

Sonja Willim (Biobäurin & Bio Autria) zB wird anregen, „dass ihre Gemeinde dem Klimabündnis beitritt und sich weiterhin in den Aktivitäten zu Fair Trade engagiert“. Außerdem macht sie sich weiterhin für den Biolandbau stark. Oder Iveta Macurová (Region Südböhmen) wird die ökologische Erziehung um den Bodenschutz erweitern. Mathy Diagne (Lokale NGO aus der Region Thiès, Senegal) wünscht sich „eine lebendige Beziehung zwischen Gemeinden in Österreich und dem Senegal und möchte lokale EntscheidungsträgerInnen inspirieren.“ Diese und viele weitere Ideen haben die TeilnehmerInnen des Workshops in Erdtönen auf einem fairen Fußball vermerkt. Dieser wurde zum Abschluss der Tagung an Christian Steiner vom Land NÖ, bzw. ELSA-Vorstand übergeben.

Bodenschutz im Biosphärenpark Wienerwald

05/05/2010

2010 ist das internationale Jahr der Biodiversität. 2010 ist auch Schwerpunkt für Bodenschutz im Biosphärenpark Wienerwald. Gute Gründe für einen intensiven Dialog zwischen VertreterInnen des Biosphärenparks, Klimabündnis, dem Land Niederösterreich, Bio Austria und der AGES mit Mathy Diagne und Ismael Ndao. Im Senegal gibt es 7 Nationalparks und x Biosphärenparks. Ismael hat im Nationalpark Neusiedlersee und im Senegal bereits in der Arbeit der Schutzgebiete mitgewirkt.

Unter dem Motto „das Blatt wenden“ des Zukunftsdialog 2035 der ÖGUT formulierten die ExpertInnen zum Abschluss konkrete Handlungsvorschläge. Denn es geht darum, die vielen positiven Ideen zum Umwelt- und Ressourcenschutz rasch in die Praxis umzusetzen.

Bei der Erhebung eines Bodenprofils im Biosphärenpark Wienerwald mit Vertretern des BFW und Bio Austria

Vom Senegal ins Pöllautal

04/05/2010

Den heutigen Tag verbrachte die Delegation mit und auf Initiative des Welhaus Graz im Pöllautal in der Steiermark. Franz Grabenhofer – Geschäftsführer des Naturparks Pöllautal – nahm sich Zeit, den Gästen die zahlreichen Aktivitäten vor Ort vorzustellen. Dazu zählen Hochbeete, die von SchülerInnen betreut werden, ein Krätuer- und Heilpflanzengarten, die Verarbeitung und Vermarktung von Spezialitäten wie Säfte oder Marmeladen und eine eigene Naturpark-Schule. In dieser durften die BürgermeisterInnen der 6 Naturpark-Gemeinden auch die Schulbank drücken vor steirischer Kulisse den Berichten von Mathy Diagne und Ismael Ndao folgen. Und es regnete, eine Seltenheit für den Senegal, wo die Regenzeit nur 3 Monate im Jahr andauert.

Bei der Verkostung von Hirschbirnensaft mit GF Franz Grabenhofer