Im Schlagschatten des Wachstums – Die Welt vergreift sich am Amazonas

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Von der Demonstration zur Unterstützung der Bäuerin Dona Máxima geht es direkt in den Pfarrsaal der Stadt Celendín. Dort begrüßt uns der ehemalige Priester und Symbol des Einsatzes für Menschenrechte und den Erhalt der Lebensgrundlagen Marco Arana mit den Worten:

„Wir brauchen eine neue Welt, eine bessere Welt. Der Besuch der Klimabündnis-Delegation ist ein Schritt in diese Richtung.“

Wie dringlich der Wandel ist zeigen weitere Wortmeldungen. Der Gymnasiallehrer Julio Castaneda Sanchez präsentiert Auswirkungen der Bergbau-Projekte. „Wenn du das Wasser trinkst, wirst du nicht gleich daran sterben,“ hat ihm ein Techniker zum Wasser das die 200.000 EinwohnerInnen der Stadt Cajamarca trinken, gesagt. Der Lehrer ergänzt: „ An den vom Goldbergbau verschmutzten Flüssen haben die Menschen schon Schwermetalle wie Quecksilber im Blut. Danach fließen die Flüsse weiter nach Amazonien und spülen ihre giftige Fracht in den Amazonas. „Pass auf dein Wasser auf, oder du wirst noch deine eigenen Tränen trinken“, lautet die Botschaft auf der letzten Seite der Power Point Präsentation von Castaneda Sanchez.

Weitere 18 Bergbauprojekte sind geplant

Wie wenn ein Großprojekt nicht schon mehr als genug wäre, plant das Ministerium für Mienen und Energie neben Yanacocha und Conga noch 18 weitere Bergbauprojekte. Da neben Platz- und Wasser- auch der Energieverbrauch im Bergbau gigantisch ist – alleine die Yanacocha Miene verbraucht doppelt so viel Energie wie die 700.000 EinwohnerInnen zählende Stadt Trujillo – soll jetzt der Zugriff auf den Fluss der Flüsse erfolgen. Am Amazonas plant Peru die Errichtung von 20 Staukraftwerken. Mit dabei wieder ein internationaler Konzern, die brasilianische Baufirma Odebrecht, zuletzt mit dem Bau von brasilianischen WM Stadien in der Kritik.

Neben Yanacocha und Conga sind noch 18 weitere Bergbauprojekte in Planung.

Neben Yanacocha und Conga sind noch 18 weitere Bergbauprojekte in Planung.

Die Vorgangsweise erinnert an jene bei den Mienenprojekten. „Wir sollen unser Land hergeben, damit es bis zu 60 m tief unter Wasser gesetzt werden kann. Die Baufirma zahlt Leute, um uns, die wir weiter von unserem Land leben wollen, schlecht zu machen. Wir Betroffenen haben keine Möglichkeit im Radio zu sprechen. Auf die Radiostation wurde Druck ausgeübt, ihr ist mit der Schließung gedroht worden,“ erzählt ein Bauer unter Tränen. Eine Frau im Publikum ergänzt: „Wir haben keine Gerechtigkeit, die Behörden arbeiten für die großen Firmen.“

Wir fragen uns: Und wer kontrolliert die großen Firmen? So wie es ist, kann es nicht bleiben.

Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass in den Monaten vor der UN Weltklimakonferenz in Perus Hauptstadt Lima sichtbar wird, welche tödlichen Spuren entfesseltes Wirtschaftswachstum und zügelloses Gewinnstreben ziehen. Damit sich was ändert.

Für das Klimabündnis Österreich berichtet Emil Benesch im Rahmen des Europe Aid Projektes „From Overconsumption to solidarity“ aus Peru.

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