Das Klimabündnis mit der Bäuerin Dona Máxima vor Gericht

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Heute ist ein besonderer Tag. Wir frühstücken um 5:30 und fahren um 6:00 noch im Dunkeln per Bus ab. Wir wollen rechtzeitig ankommen und Dona Máxima bei ihrem heutigen Gerichtstermin um 10:00 in der Stadt Celendin begleiten. Der Staat Peru geht im Einvernehmen mit dem Goldbergbauunternehmen Janachocha gegen die Bäuerin Dona Máxima vor. Regelmäßige Vorladungen vor Gericht, mehrfache Anklagen wegen des gleichen behaupteten Vergehens.

So wie Dona Máxima ergeht es hunderten Menschen in Peru, die sich für den Erhalt der Lebensgrundlagen einsetzen. Zuerst werden sie Opfer von Großprojekten, dann von gezielter Gewalt. Im nächsten Schritt werden die Opfer selbst kriminalisiert.

Das soll die Protestbewegung lähmen. Laut der nationalen Koordination für Menschenrechte sind in den vergangenen 3 Jahren 41 Menschen, die an Demonstrationen teilgenommen haben, getötet worden. Die Mörder blieben straffrei, keine einzige Verurteilung liegt vor. Ein Gesetz der peruanischen Regierung schützt Polizisten, die töten, vor Straffverfolgung. Ich frage mich: Wer schützt die Bevölkerung? Menschen, wie Dona Máxima, sind in Peru in Lebensgefahr. In dieser Situation sind Zeichen der Solidarität und internationale Aufmerksamkeit bedeutsam, sie können helfen und Schutz bieten.

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Wir sind da, um in unseren 8 Heimatländern zu erzählen, was passiert. Wir das sind zum Beispiel Andras, der Videojournalist aus Budapest, Jacob, der Fotograf aus Dänemark, Gerard und Christian, Vertreter luxemburgischer Städte, Nikolaus, Abgeordneter zum slowakischen Parlament, Klaus vom Planungsamt der Stadt Aachen und Adeilson, in Vertretung unserer Partner FOIRN aus Brasilien.

Vor dem Gerichtsgebäude angekommen, erfahren wir, dass wir nicht hinein dürfen. Während sich Dona Máxima, in Begleitung ihrer Anwältin für angebliche Vergehen rechtfertigen muss, beobachten wir Vorbereitungen für eine Demonstration. „Agua si, oro no“, wird von Einheimischen im Chor vor dem Amtsgebäude gerufen. Zu lesen ist „Gerechtigkeit für Máxima“.

Schließlich wird die angeklagte Dona Máxima mit großem Applaus empfangen. Wenig später wird sie ein Transparent halten auf dem zu lesen ist: „Danke den Brüdern und Schwestern aus Europa für ihre Unterstützung“. Der heutige Gerichtstermin hat keine Entscheidung gebracht. Aber der Vormittag hat gezeigt wie wichtig es ist global über den Tellerrand zu blicken, für einen Weg zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft.  

Die Wände der Häuser sind mit Bekundungen für den Erhalt der Lebensgrundlagen und gegen den Goldbergbau bemalt.

Für das Klimabündnis Österreich berichtet Emil Benesch im Rahmen des Europe Aid Projektes „From Overconsumption to solidarity“ aus Peru.

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