Gold – Gift für das Leben – das Beispiel der Goldmiene von Janacocha

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Was bedeutet Goldbergbau in Peru? Morgens um 7 Uhr brechen wir mit einem Bus in Richtung Janacocha auf. Wir haben über die riesige Goldmiene von lokalen Organisationen schon viel Unglaubliches gehört.

Begonnen hat alles vor 20 Jahren. In einer ländlichen Region, wo die Menschen von Milchwirtschaft und dem Anbau von Feldfrüchten wie Erdäpfeln und Quinoa ganz ohne Bergbautradition lebten. Dann werden über die Köpfe der BewohnerInnen der Region hinweg  in der fernen Hauptstadt Lima von der Regierung Konzessionen für den Bergbau vergeben. Mit der Konzession in der Hand macht sich das Bergbauunternehmen daran, die Bevölkerung zum Verlassen der Region zu bewegen. Der internationale Bergbaukonzern zahlt anfangs 100 Soles für 1 ha Land. Das sind 25 Euro. Die Konsequenz: Ehemalige Grundbesitzer und ihre Familien können sich keine neue Existenz aufbauen und landen auf den Straßen der Stadt Cajamarca. Wen kümmert´s? Sind die Menschen weg, wird das Gestein abgebaut.

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Wasserknappheit und vergiftetes Wasser

Bis zu 660 m tiefe riesige Löcher entstehen. Das Gesteinsmaterial wird ein paar Kilometer weiter zu riesigen Pyramiden aufgeschüttet. Mit einem Gemisch aus hoch giftigem Zyanid und Wasser überschüttet, löst sich pro Tonne Gestein 1g Gold. Das Unternehmen Yanacocha benötigt für diesen Prozess 250.000 l Wasser – pro Stunde. Wasser, das den BewohnerInnen der Region, darunter den 200.000 EinwohnerInnen der Stadt Cajamarca fehlt. Die durch den Goldbergbau ausgelöste Wasserknappheit führt dazu, dass aus den Wasserleitungen nur an 12 Stunden am Tag Wasser fließt.

Neben Zyanid gelangen auch Schwermetalle wie Blei und Arsen in die Umwelt in 3500 m Höhe. Durch die Schwerkraft gelangen die Schadstoffe früher oder später in die unter der Miene liegenden dicht bevölkerten Täler. Da die Wasseraufbereitungsanlage des Trinkwassers von Cajamarca auf die Reinigung organischer Verunreinigungen ausgelegt ist, trinken die Menschen der Stadt seit 20 Jahre durch den Goldabbau belastetes Wasser. Die Giftstoffe aus dem Goldbergbau finden sich mittlerweile auch in der Milch.

„Milch von Kühen, die auf der Hochfläche rund um Jamacocha weiden enthält Arsen und Blei. Nestlé hat den Zukauf von Milch aus der Region Cajamarca eingestellt“,  erzählt Studentenvertreter Eber – er studiert Veterinärmedizin

Die Vergiftung der landwirtschaftlichen Grundlagen betrifft viele: 55,4 % der Menschen der Region leben von der Landwirtschaft. „La madre terra, la Pachamama es en perigo.“ Mutter Erde, die Pachamama ist in Gefahr.

Für das Klimabündnis Österreich berichtet Emil Benesch im Rahmen des Europe Aid Projektes „From Overconsumption to solidarity“ aus Peru.

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