„Da habe ich zu weinen begonnen“ – die Geschichte von Dona Máxima

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In Cajamarca auf 3000 m Höhe in den Anden Nord Perus angekommen, treffen wir Laura, von der Organisation „Ingenieure ohne Grenzen“, die Rechtsanwältin Myrte und Dona Máxima.

Sie erzählt uns ihre Geschichte.

Dona Máxima hat im Zuge der Landreform der 70 er Jahren ein eigenes kleines Stück Land in der Region Cajamarca bekommen. Darauf hat sie ein kleines Häuschen gebaut, hier lebt sie mit ihrer 7 köpfigen Familie. Auf ihrem Land baut sie Erdäpfel und Mais an, hat Milchkühe, Schafe und Hühner. So ernährt sie ihre Familie und finanziert sie den Schulbesuch ihrer Kinder und das Studium einer Tochter.

2011 hat sich alles geändert. Da standen eines Tages Vertreter einer Bergbaufirma gemeinsam mit Polizisten vor dem Haus. „ Sie sagten mein Land würde der Bergbaufirma Janacocha gehören. Meine Dokumente wollten sie gar nicht sehen, die interessierten sie nicht. Stattdessen haben sie begonnen die Begrenzungssteine meines Grundstückes wegzuräumen. Dabei haben sie keinen Beweis vorlegen können, dass das Land ihnen gehört.“ Dona Máxima wollte den Vorfall den Behörden melden. Nach 7 Stunden Fußmarsch kommt sie um 8 Uhr abends bei der zuständigen Polizeistation an. Die Polizeistation hat nicht geöffnet. Nach einer erzwungenen Übernachtung, sperrt die Station tags darauf um 9 Uhr auf.

Dona Máxima: „Die Polizisten haben erklärt, sie wären beschäftigt und haben mich noch 4 Stunden warten lassen. Dann haben mir die Polizeibeamten erklärt, mein Land gehöre der Bergbaufirma, ich würde es stehlen wollen. Sie haben mich als Diebin beschimpft. Ich habe trotzdem meine Anzeige eingebracht.“

Eines Morgens um 6 Uhr früh erschienen 100 Polizisten und Mienenvertreter vor Dona Máximas Haus. Zuerst versuchen sie Dona Máxima zu einer Unterschrift zu bewegen und die Bergbaufirma als Eigentümerin ihres Landes auszuweisen. „Ich habe mit Dokumenten bewiesen, dass das Land mir gehört und die Unterschrift verweigert. Dann haben sie begonnen, alles zu verbrennen. 6 Polizisten haben mich gehalten und verprügelt. Ich habe zu weinen begonnen, sie haben alles angezündet. Meine Tochter hat versucht mit dem Handy zu filmen, was passierte. Dann wurde auch sie verprügelt, sie musste sogar ins Spital. 4 Polizisten haben gedroht, meinen Sohn zu erschießen. Mein Mann wurde mit Tränengas gefoltert. Unsere Tiere wurden gestohlen oder getötet, unser Hund von einem LKW überfahren.“

Der Polizeiaktion nur mit dem nackten Leben entkommen erhält die Familie am nächsten Tag Besuch. „Ich habe gedacht der Staatsanwalt wäre gekommen, um uns zu helfen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Dann hat er erklärt, ich hätte der Miene das Land gestohlen. Schlussendlich wurde ich von einem Richter in Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft zu 3 Jahren Gefängnis und zu einer Strafe von 4000 Euro verurteilt. Als Entschädigung für den Schaden den ich der Bergbaufirma zugefügt hätte.“ Anwälte haben Einsprüche eingebracht. Demnächst gibt es einen weiteren Gerichtstermin. Die Klimabündnis-Delegation aus Europa wird vor Ort dabei sein.

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Für das Klimabündnis Österreich berichtet Emil Benesch im Rahmen des Europe Aid Projektes „From Overconsumption to solidarity“ aus Peru.

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