Wasserkraft aus dem Amazonasgebiet

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18. März: Mittlerweile ist unsere Reisegruppe komplett. Wir sind auf Johann Kandler und Emil Benesch gestoßen, die beide schon in Brasilien waren. Gemeinsam haben wir die Metropole São Paulo mit ihren 28 Mio. EinwohnerInnen hinter uns gelassen. Rund 1.000 Autos werden hier täglich neu angemeldet! Es gibt ständig Stau, das öffentliche Verkehrssystem ist kaum ausgebaut.

In Manaus angekommen, nutzten wir den Sonntag um das Wasserkraftwerk Balbina, etwa 200 km nördlich der Stadt gelegen, zu besichtigen. Eine immense Fläche von 4.000 km² ist dort mittlerweile aufgestaut. Balbina weist in etwa die Leistung des Kraftwerks Freudenau auf und kann 30% von Manaus’ Strombedarf decken. Weitere Energie wird in Zukunft vom zweitgrößten brasilianischen Staudamm Tucururi kommen. Über 3.000 km soll die Energie von dort bis nach Manaus transportiert werden. Das wäre als ob der an Nord- & Ostsee erzeugte Strom bis ins nördliche Afrika geschickt würde.

Um nach Balbina zu kommen nehmen wir die B 174 die über 2.500 km mitten durch den Urwald bis nach Caracas (Venezuela) führt. Ist eine Straße durch den Urwald einmal gebaut, geht viel ursprünglicher Lebensraum verloren. 20-30 km rechts und links „des Weges“ werden Edelhölzer ausgeschlagen und Besiedlung und Landwirtschaft folgen.

Auf den Spuren der Fußball-WM 2014

Brasilien wird immer mehr zum Land der Superlative. Die mittlerweile fünftgrößte Volkswirtschaft der Erde sieht den Bau von 48 weiteren Megastaudämmen bis Ende 2020 mit einer Leistung von bis zu 42.000 MW vor. Die Energie kommt zu besonders günstigen Konditionen vor allem den exportorientierten Unternehmen zugute (Bauxitschmelzen, großflächige Landwirtschaft). Privatpersonen zahlen ein Vielfaches des Preises.

Übrigens, das Stadion für die Fußball WM 2014 in Manaus ist schon im Bau. Für nur drei Spiele werden Unsummen an Geld investiert (und das in einer Stadt, in der 20% der Haushalte einen Anschluss an das Abwassersystem haben). Lesenswerter Artikel im Tagesspiegel.

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