Ein Bürgermeister analysiert

by

Bgm. Josef Danksagmüller, Marktgemeinde Stetteldorf am Wagram (NÖ)

Welches Bild vermittelt die Klimakonferenz Kopenhagen bisher?

Die mediale Berichterstattung konzentrierte sich im Vorfeld auf die Tatsache, dass diesmal die USA und China dabei sein werden und man daher diese Konferenz jedenfalls als „historische Chance“ betrachten müsse. Gedämpfter Optimismus wurde verbreitet, gestärkt noch durch die Meldung aus den USA, dass dort die Umweltbehörde die Treibhausgase als „Gefahr für die menschliche Gesundheit“ eingestuft hat.

Im weiteren Wochenverlauf wurden wir zwar mit regelmäßigen Meldungen und Berichten versorgt, das mediale Hauptinteresse galt aber zunehmend Inlandsthemen, wie das Desaster um die Hypo-Alpen-Adria in Kärnten.

Hinsichtlich möglicher Zielformulierungen geistern viele Mutmaßungen und die unterschiedlichsten Stellungnahmen durch die Gazetten. Verwirrt mag sich da mancher abwenden und jedenfalls kommt man leicht zu der resignierenden Ansicht, dass wohl wieder kein „großer Wurf“ herauskommen wird. In dieses Bild passte – leider – auch die ORF-Sendung „Im Zentrum“, die sich am Sonntag ganz dem Thema Klimawandel mit dem Untertitel „Hinter uns die Sintflut“, gewidmet hat. Wie sich der ORF insgesamt hier die letzte Woche nicht gerade ausgezeichnet hat. Anders lief das bei 3-Sat, da bin ich ganz zufällig auf das Schwerpunktthema am Donnerstag gestoßen. Sowohl der Film „Energie 2050“ als auch die anschließende Diskussion „scobel – Klimawandel“ waren beispielhaft, leider erreicht 3-Sat aber nur eine begrenzte Seherzahl.

Und im öffentlichen Bereich, was sagen die Menschen auf der Straße?

Kommt das Thema Klimakonferenz zur Sprache ist schnell große Skepsis festzustellen. Bei so vielen Teilnehmern, so unterschiedlichen Meinungen und Standpunkten, da könne doch nichts Konkretes heraus kommen. Bei näherer Befragung und detaillierter Diskussion kommt aber dann die Zwiespältigkeit des Gesamtproblems zutage. Die alte Frage ob Klimawandel eher von der Basis, also vom Einzelnen zu bekämpfen sei, oder doch von oben herab, durch strenge Rahmenbedingungen der Gesetzgeber wird debattiert. Fazit ist dann die – wie ich meine richtige – Antwort, dass es beides braucht um entscheidend weiter zu kommen.

Ein starkes Signal ist geboten!

Kopenhagen muss zu einer aussagekräftigen Erklärung finden, die nachvollziehbar und überprüfbar ist. Klare Vorgaben, deren Erfüllung für alle verbindlich sein muss. Nur dann werden auch Staaten, Länder und Gemeinden jenen Druck verspüren der notwendig ist, um die Strukturen zu ändern. Demokratie ist ein sehr schwieriges und langsames „Vehikel“ um dieses große Ziel zu erreichen, aber wir können – wenn überhaupt – die Welt nur gemeinsam verbessern.

Ich hoffe auf eine konstruktive 2. Woche in Kopenhagen.

Klimabündnis-Gemeinde Stetteldorf am Wagram
Fernwärme Strohheizwerk Stetteldorf am Wagram
Flächenschonende Raumplanung in Stetteldorf am Wagram

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