Wo der Walzer erklingt

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Martina Nagl aus Kopenhagen

In den U-Bahnstationen und im Zentrum von Kopenhagen hört man Walzer von Johann Strauss, live gespielt. Alle Lokale sind rauchfrei. Am Abend im dänischen TV ertönt Stille Nacht. Drinnen bei der Konferenz fallen auch am 5. Tag Österreichs Leistungen für den Klimaschutz – durch die Fossil of the day-Auszeichnung am ersten Tag, negativ auf.

Allein heute finden – zusätzlich zu den geschlossenen Verhandlungsrunden – mehr als 100 Side-Events statt und 37 Pressekonferenzen. In den Gängen und Aufenthaltsbereichen findet überall Kommunikation und Information statt, informelle Treffen, Interviews – Austausch auf vielen Ebenen.

Infostände von etwa 200 NGO’s, etwa über die Auswirkungen der Erwärmung der Ozeane um 0,5 Grad auf die empfindlichen Korallenriffe und damit auf das gesamte Ökosystem der Meere. Dutzende Pinwande mit Vorankündigungen der Side-Events der nächsten Tage. Dutzende Monitore mit tagesaktuellen Infos und hunderte frei zur Verfügung stehende Laptops.

Ein Side Event von ICLEI und der Stadt Kopenhagen informiert ueber die Fahradkultur in Koppenhagen, deren Geschichte und weitere geplante Massnahmen. Über 30 % derr Kopenhagener Bevölkerung fährt mit dem Rad.

Die Stadt hat sich das Ziel von 50 % Radfahranteil gesetzt.

In manchen Stadtteilen gibt es mehr Fahrräder als Autos. Fast alle Fahrbahnen werden von eigenen Fahrradspuren begleitet. Abstellplätze für Fahrräder sind, im Gegensatz zu jenen für Autos, sehr zahlreich vorhanden.

Am Hauptplatz von Kopenhagen sind für die Dauer der Konferenz Austellungen und Infopavillons eingerichtet. Es gibt umfangreiche anschaulich dargestellte Informationen etwa zu Windenergie, Sonnenenergie, Energiesparlampen, Solarmobilität.

Im Haus der Zukunft laufen auf großen Monitoren Kurzfilme mit CO2 Reduktionszielen und Massnahmen aus mehreren Städten. Los Angeles setzt sich das Ziel der CO 2 Reduktion um 30 % bis 2030 und hat Teile der Strassenbeleuchtung mittels LED-Lampen modernisiert. Mexico City plant eine CO2 Reduktiuon um 12 % bis 2012 und setzt auf umfangreiche Maßnahmen für RadfahrerInnen. Einheimische, TouristInnen und KonferenzteilnehmerInnen verfolgen hier aufmerksam das dargebotene. Statements aus der Bevölkerung für den Klimaschutz sind ebenso Teil der Präsentationen.

Dann erscheint auf allen Bildschirmen gleichzeitig die Frage: Und was kannst Du tun? Mit einem Statement ”Frag nicht was Deine Gemeinde fuer Dich tun kann, frag was Du fuer deine Gemeinde tun kannst.”

Auf einer Weltkarte sind zahlreiche Städte mit ihren CO 2-Reduktionszielen dargestellt. Dass in vielen Städten rund um den Globus bereits Massnahmen umgesetzt werden ermutigt. 80 BürgermeisterInnen großer Städte treffen einander in Kopenhagen um sich über weitere Klimaschutzmassnahmen auszutauschen.

Im Freinen auf dem Platz davor stehen zwei solarbetriebene Sportwägen. Ein Aktivist legt sich auf den Boden vor das Fahrzeug, er symbolisiert mit einer Fahne mit der Aufschrift ”Climate” das am Boden liegende verwundete Klima.

PassantInnen fragen: Was können wir tun? Eine antwortet: Radfahren.

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