Erste Eindrücke aus Kopenhagen

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 Die Radfahr-Hochburg

Martina Nagl vom Klimabündnis bloggt aus Kopenhagen.

Ankunft in Hopenhagen – 9. Dezember 2009

Der Bahnhof in Kopenhagen – ein sehr attraktiver Bausteinbau – empfängt einen mit der Botschaft dieser Reise: Kopenhagen CO 2 neutral 2025.

RadfahrerInnen sind im Stadtbild schon lange Zeit allgegenwärtig. Das Fahrrad genießt hohen Stellenwert als Alltags-Verkehrsmittel. Auch jetzt im Winter wird es in U-und S-Bahnen mitgenommen. Zahlreiche Fahrradabstellflächen und Fahrradspuren laden dazu förmlich ein.

Am Weg zur Konferenz, an den Stationen des gut ausgebauten ÖV-Netzes, weisen ebenso offizielle Botschaften der Gastgeberstadt auf Plakaten und U-Bahngarnituren den Weg: „2 Grad Celsius = 2 Grad zu viel“, „die Zeit ist reif fuer einen Preis fuer CO 2“, „jetzt handeln“.

Kopenhagen ist Hopenhagen

Bei der Metrostation Bella Center angekommen, unmittelbar vor der Registrierung, informieren NGO’s sehr deutlich über eine der vielen Ursachen und Loesungsmöglichkeiten: den hohen Anteil der Fleischproduktion an den Treibhausgasen und dem hohen Potential durch eine vegane oder vegetarische Ernährungsweise.

In den Konferenzräumlichkeiten wird die WELTklimakonferenz ihrem Namen gerecht. Hunderte Menschen aus aller Welt – aus Indien, Afrika, Asien, Südamerika oder Europa – kommunizieren rege, von Angesicht zu Angesicht, via Internat oder Mobiltelefon. Viel Energie, Zuversicht und Hoffnung ist zu spüren. BeamtInnen, BotschafterInnen, Nicht-Regierungsornanisationen und Medien. 

Fossil of the day für Österreich

Österreich wird gleich am ersten Tag, dem 7. Dezember, für den Rest der Weltklimakonferenz unrühmlich verewigt: Österreich erhält zusammen mit Schweden und Finnland einen „Fossil of the day Award“, für „Bemühungen“ Waldnutzungsänderungen anrechnen zu lassen. Diese Auszeichnung wird seit 1999 bei jeder Klimakonferenz für ein dem Klimaschutz im Wege stehendes Verhalten verliehen. Ersmals erhält Östereich diese Auszeichnung.

Offizielle Delegationen, etwa aus Bolivien und Madagaskar, präsentieren ihre Stragegien. Boliviens Evo Morales, der erste indigene Präsident, wird aus einer Rede vom April 2009 in New York zitiert, wo er die Rechte der Mutter Erde und ein gutes Leben für alle Lebewesen einforderte. Jugendliche aus Madagaskar sprechen sich gegen den Handel von Emissionen aus. BeobachterInnen melden sich zu Wort, aus Kolumbien, Brasilien, Ecuador, den Philippinen und aus England. Plädoyes für umfassende Verhaltensaenderungen.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Energie auch auf die politischen Entscheidungsträger übergeht.

In Kopenhagen findet Bewegung statt

Abseits von Verhandlungsergebnissen und (verbindlichen) Abkommen: hier in Kopenhagen findet Bewegung statt, Information, Austausch, Motivation, Bestätigung den eingeschlagenen Weg verstärkt zu Hause weiterzugehen. Prozesse, die sich nicht in Zahlen und Abkommen gießen lassen.

34.000 Anfragen gab es an der Weltklimakonferenz 2009 teilzunehmen. 15.000 Teilnehmer wurden zugelassen. Deadline war der 1. November. Noch nie nahm ein US-amerikanischer Präsident daran teil. Noch nie waren Nachnennungen nicht zugelassen. Noch sagten fast alle Staats- und Regierungschefs ihr persönliches Erscheinen zu.

Eine Antwort to “Erste Eindrücke aus Kopenhagen”

  1. NixZen Says:

    Bewegung findet in den Köpfen statt, je mehr Köpfe, umso mehr bewegt sich Politik

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