
Ismael Ndao bekommt eine Heu-Fliege der Bio-Heu-Region geschenkt, die ausgezeichnet zu seinem senegalesischen Batik Hemd passt
Die Salzburger Gemeinde Seeham nimmt im Bereich Boden- und Klimaschutz eine Vorreiterposition ein. Angefangen bei einem großen Anteil an biologischer Landwirtschaft, überzeugt Seeham auch mit seiner klimafreundlichen Energieversorgung mittels Biomasse und Solar. Das ganzheitliche Konzept spiegelt sich auch in der Angebotsvielfalt des örtlichen Bauernladen wieder, der neben bio auch zahlreiche Produkte aus fairem Handel bietet. Seit heute gibt es dort übrigens auch Kleider und Schuhe aus dem Senegal, hergestellt von Mathy Diagne’s Frauengruppe. Ziel von Seham ist es, demnächst, das erste Bio-Dorf Österreichs zu werden. Außerdem ist Seeham die erste Bodenbündnis-Gemeinden im Bundesland Salzburg.
In der landwirtschaftlichen Fachschule Ursprung verfolgten LehrerInnen und SchülerInnen gespannt den Ausführungen von Ismael Ndao und Mathy Diagne über das Leben und die Landwirtschaft im Senegal. Vielen war es neu, dass die Fischbestände im Senegal aufgrund systematischer Überfischung aus China und Europa fast völlig verschwunden sind. Der Bevölkerung vor Ort bleibt deshalb nur mehr, in kleinen Fischerbooten das Wagnis einer Reise nach Europa einzugehen. In der Hoffnung, dort wieder die Lebensgrundlage für ihre Familie zu verdienen. Präsentationen von Peter Hecht (Bio Austria) und Hans Eder (Intersol) über die Bio-Landwirtschaft in Österreich und Energie-Konzepte in Bolivien und Indien weiteten den Blick aufs globale aus.
Das Konzept der Energiegewinnung durch Biogas am Beispiel der Anlage in Seekirchen ist im Senegal noch neu. Dennoch könnte eine kleine Anlage Energie in viele Dörfer bringen, die heute noch völlig ohne Strom auskommen. Auch in ihrer biologischen Landwirtschaft gilt es für Mathy Diagne und ihre Frauengruppe, dass nur durch die eigene Kraft gearbeitet werden kann. Energie zum Betreiben der Pumpe beim Brunnen würde eine große Erleichterung bringen.

